Und heute, in Tokyos Strassen, Kellern, auf Genrefestivals und Kassettenlabels, da wuchert die eigenartige Sammelbezeichnung Krautrock, als wäre es nie nicht Frühling und nie nicht Zeit, den alten westdeutschen Geistesblitzen einen Kranz zu winden. MINAMI DEUTSCH sind mittendrin und frönen der ungebrochen verführerischen Vereinigung von Motorik und Dunst.
Andersrum und gleich am Genfersee: Mount Kōya aus Vevey schielen von Europa in den Osten, nach einer heiligen Bergkette im Dunst. Und eben: Dieselbe psychedelisch vernebelte Universalsprache, behend gewunden um das alte Rockskelett. Das noch junge Projekt hat Feuer: Ein Live-Album und zwei Studiowerke in einenhalb Jahren, mehr als ordentlich. On dit chapeau und Hut ab. Den nehmen indes auch die wohlinformierten Programm-Ingenieure vom Festival Nox-Orae – im Internationalen wirds ebenso für transzendente Verzückung sorgen. (mrk)